Einfach Klettern
70 Videos. 7,6 Mio. Minuten. Kein Zufall.
Die meisten YouTube-Kanäle scheitern nicht an schlechten Ideen. Sie scheitern daran, dass die Idee nie zu einem System wird.
Bei Einfach Klettern haben wir das von Anfang an anders gemacht.
Einfach loslegen?
Felix und Marc hatten die Idee für einen deutschsprachigen YouTube Kanal zum Thema Sportklettern. Die beiden hatten gerade ihre Trainerausbildung abgeschlossen und wollten ihren Schülern Videos zur Vertiefung empfehlen. Auf Deutsch gab es so gut wie nichts.
Eine Lücke, die sie schließen wollten. Einfach Klettern war der Arbeitstitel, aber wie genau das aussehen sollte, wussten sie noch nicht.
So ging es los
Felix wollte einen Blick von außen, jemanden, der Erfahrung im Content hat. So kam ich ins Spiel.
Da alles andere noch unklar war, trafen wir uns zu einem Testdreh. Nach knapp 2 Stunden war klar: Momentan ist das zu viel Humor und zu wenig Struktur.
Nun wussten wir also was alles nicht geht und was alles fehlte. Zeit, das zu ändern.
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Wir notierten die häufigsten Fragen und Unsicherheiten aus den Kletterkursen (Wie geht noch mal der Knoten? Was muss ich jetzt machen?)
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Wir formulierten eine klare Beschreibung der Zielgruppe, einen Steckbrief, der ein Bild entstehen lies, nicht nur Stichpunkte.
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Statt mit “lustige Klettervideos mit Mehrwert” zu starten, konzipierten wir eine erste Staffel aus 10 Videos, die jeweils ein abgeschlossenes Thema bearbeiten und als ganzes ein Ziel verfolgen.
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Das Ziel von Staffel 1: Vertiefung aller Lerninhalte zur Wiederholung aller Infos aus dem Top Rope Kurs.
Ein Baustein für unseren Erfolg als Team: Wir haben uns 2 Tage zu einem Kennenlern-Workshop eingeschlossen. Wir haben gezielt alles was uns nervt aufgeschrieben und für jeden Baustein eine Lösung oder Vorgehensweise gefunden. So konnten wir uns im Alltag auf die Arbeit an den Videos konzentrieren und Konflikte direkt lösen.
Die ersten Schritte
Mit strukturierten Skripten im Gepäck wurden die ersten 10 Videos an einem Wochenende aufgenommen. Die Fokussierung auf eine erste Staffel brachte dem Kanal einen inhaltlichen Kickstart. Statt sich von Video zu Video zu hangeln, konnten wir auf einen Schlag die Tonalität, den Stil der Videos und die Richtung des Kanals prägen.
Aus einem “Wir machen mal” Projekt, wurde schnell ein professionelles Unternehmen.
Eine Lücke, die sie schließen wollten. Einfach Klettern war der Arbeitstitel, aber wie genau das aussehen sollte, wussten sie noch nicht.
Die ersten Ergebnisse
Nach einem Jahr hatte der Kanal 1.000 Follower. Nach dem zweiten Jahr über 12.000. Die Abrufzahlen und die Zuschauerbindung der Videos waren vielversprechend.
Nach 3 Jahren standen
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70 Videos.
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7,6 Mio. abgerufene Videominuten und
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20.000 Follower auf der Haben-Seite.
Wir konnten mit den Ausrüstern Scarpa und Edelrid zwei führende Branchengrößen als Sponsoren gewinnen. Boulder- und Kletterhallen öffneten in jeder Stadt ihre Türen, Bouldern war auf dem Weg zum Breitensport, die Olympischen Spiele standen vor der Tür.

Von Frederik kam der Impuls die ersten Videos als Staffel zu konzipieren. Das wir die 10 Videos gemeinsam gedacht haben, hat uns geholfen ein starkes Content-Fundament für Einfach Klettern zu legen.
Felix Heidecke, Mitgründer EINFACH KLETTERN
Wie ging’s weiter?
Von dort aus haben wir das Projekt entwickelt. Staffel für Staffel haben wir die Qualität weiterentwickelt. Wir haben viel Arbeit in bessere Spannungsbögen gesteckt. Die Videos wurden unterhaltsamer, ohne an Mehrwert zu verlieren. Aus “Videos für Kursteilnehmende” wurde ein YouTube Kanal zum Thema Sportklettern.
Dann kam 2020 und die Pandemie.
Nach der Pandemie war Bouldern immer noch populär. Aber die Stimmung war eine andere, alles sortierte sich neu. Wir musste für uns erkennen: Das Projekt hat uns viel Spaß gemacht, wir haben viel gelernt, aber das Potential zur Skalierung war nicht vorhanden.
Wir haben das Projekt bewusst abgeschlossen. Heute hat er knapp 37.000 Follower. Die 4 meistgesehenen Videos haben gemeinsam über 1 Mio. Aufrufe.

Frederik hatte bei der gemeinsamen Konzeption der Inhalte auch immer das große Ganze im Blick. Das hat uns geholfen sowohl populäre Videos, als auch solche für eine spitzere Zielgruppe zu erstellen und die Marke attraktiv für Sponsoren aufzustellen.
Marc Chantelauze, Mitgründer EINFACH KLETTERN
Was habe ich gelernt?
System
Spontanität ist gut, aber langfristig wird ein Projekt nur durch ein System getragen. Das muss kein großes System sein, aber die erste Staffel gab uns halt. Später waren es abgestimmten Regeln und Vorgehensweisen, die es uns ermöglicht haben aus viel Material, in kurzer Zeit ein gutes Video abzuleiten.
Zielgruppe
Eine klare Vorstellung der eigenen Zielgruppe ist der Schlüssel für guten Content. Es geht nicht nur darum, was die Menschen interessiert. Es geht auch darum zu verstehen wie viel sie von einem Thema wissen und wie wir Content aufbauen müssen, damit dieser wirklich weiterhilft.
Kreativität
Zu stark strukturierte Skripte führen zu strukturiertem Denken führen zu strukturierten Videos. Nicht immer ist das der richtige Weg. Anfangs brauchten wir die Skripte, damit sie uns Halt beim Dreh gaben. Später merkten wir, wie uns diese Struktur plötzlich einschränkte.
Wer jedoch ohne Struktur produziert, wird nicht spontan sondern unorganisiert. Videos wie “4 1/2 Spiele für mehr Körperspannung” trafen den Sweetspot. Wir wusste, was wir aufnehmen wollten, aber das gesamte Video hatte keine fertige Zeile, nur eine Zielidee.
Letzte Worte zum Thema
Wir hätten den gesamte Kanal viel mehr aus der Hüfte schießen können. Wir haben uns von Anfang an ein Corporate Design gegeben, viel Arbeit in simple Animationen versenkt, immer im Dienste der Verständlichkeit unserer Inhalte.
Das Projekt ist aus dem Jahr 2018, doch die Ergebnisse sind auch Jahre später noch vorzeigbar. Nicht immer ist es also abzusehen, warum es sich lohnt, an diesem oder jenem Detail so zu feilen. Manchmal merkt man erst nach längerer Zeit, wie viel ein kleines Details trägt.
